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Nie wieder oder immer noch?

Viele Menschen aus der Politik schwenken in den letzten Tagen virtuelle Regenbogenfahnen. Sie reden dann auch gerne davon, was zwischen 1933 und 1945 geschehen ist und verknüpfen das dann mit einem "nie wieder!".

Für Menschen mit Transsexualität hat die Zeit des Faschismus nie aufgehört. Ungarn hat erst in diesem Jahr klar gemacht, dass Menschen mit geschlechtlichen Variationen staatlich nicht anerkannt werden. Auch das Regime Trump verfolgt Menschen mit Transsexualität. Die Notwendigkeit medizinischer Hilfe wird vom U.S.-amerikanischen Staat genauso in Frage gestellt, wie die rechtliche Anerkennung.

Deutschland hat in den letzten Jahren Menschen mit Transsexualität fast aus der Öffentlichkeit gestrichen, indem Transsexualität zu einer Art identitärem Lifestyle umgedeutet worden ist. Die medizische Behandlung ist immer noch bzw. wieder in der Hand psychiatrischer Fachgesellschaften.

Liebe Politikmenschen, meint ihr denn nicht, dass es besser wäre Politik auch für transsexuelle Menschen zu machen, anstatt sich nur mit Regenbogenfähnchen zu schmücken? Wie wäre das?

Die U.S.-amerikanische Dystopie oder das Sexistenparadies

Die Vereinigten Staaten sind für Menschen mit körperlichen Variationen eine Art Dystopie. Und deren dystopischer (An-)führer Donald Trump und seine Mitstreiter haben nun ein Gesetz von 2016 rückgängig gemacht, das die Diskriminierung von "Transgender-Personen" (so wie das die Menschen in den USA nennen und damit nebenbei zeigen, dass sie Transsexualität nicht als existent anerkennen können/wollen) verhindern sollte. Es geht um Personalpronomen, WC-Gänge und um die Notwendigkeit medizinischer Massnahmen.

Wer will, kann sich den "Spass", den sich die Trump-Regierung erlaubt hat, um Menschen mit Transsexualität unsichtbar zu machen durchlesen. Wenn jemand Frauen mit Körpervariationen als "er" bezeichnet, dann sei es kein Problem, da damit ja dann das "biologische Geschlecht" gemeint sei. Und ob überhaupt GaOPs helfen, sei eine strittige Frage. Es sei zumindest klar, so die US-Regierung, dass es keine Diskriminierung sei, wenn jemand solche Massnahmen nicht anbietet oder Kosten für solche Eingriffe nicht übernommen würden.

"The Department is also reluctant to pretermit ongoing medical debate and study about the medical necessity of gender transition treatments. [...] The question is whether Title IX and Section 1557 require healthcare professionals, as a matter of nondiscrimination, to perform such procedures or provide such treatments. The answer is that they do not."

https://s3.amazonaws.com/public-inspection.federalregister.gov/2020-11758.pdf

Es ist genau so gekommen, wie wir schon immer gesagt haben: Sich auf Identität zu beziehen und sich dafür einzusetzen, dass alle Geschlechtsidentitäten (Gender Identity) anerkannt werden, schützt nicht davor, dass Menschen hinterher die "offene Flanke" nutzen und dann mit dem "biologischen Geschlecht" (Sex) argumentieren um die Rechte von transsexuellen Menschen abzubauen.

Deswegen argumentieren wir immer mit dem Sexus. Es muss endlich eine Debatte darüber beginnen, was es meint, wenn jemand einem Menschen dieses oder jenes "biologisches Geschlecht" zuschreibt, das dieser Menschen nicht hat und auch nie hatte (Es ist immer eine auf Gender basierende Zuschreibung!) Und es muss endlich anerkannt werden, dass Menschen ihr "biologisches Geschlecht" besser kennen, als alle Aussenstehen, die das Geschlecht eines Menschen ja nur deuten können.

Dieser Diskurs über Biologie muss endlich beginnen.