In Frankreich ist Transsexualität keine psychische Störung mehr

Transsexualität gilt in Frankreich nicht mehr als psychische Störung. Zum internationalen Tag gegen Homophobie an diesem Sonntag wollte die Gesundheitsministerin Frankreichs, Roselyne Bachelot, „ein starkes Signal“ setzen – und das ist ihr auch gelungen.  

Dass dieses „starke Signal“ für Menschenrechte der Gesundheitsministerin Frankreichs gerade am 17. Mai, am internationalen Tag gegen Homophobie, gesetzt wurde, hat einen guten Grund. Vor neunzehn Jahren, am 17.5.1990, beschloss die Vollversammlung der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Seit dem wird der 17. Mai als Internationaler Tag gegen Homophobie begangen. Und nun auch – mit guter Berechtigung – als internationaler Tag gegen Transphobie? Obwohl Transsexualismus im ICD, der internationalen Klassifikation der Krankheiten, als psychische Störung geführt wird, wurden die Mitarbeiter des Gesundheitswesens aufgefordert, dies nicht mehr zu beachten. Transsexuelle Menschen sollen nicht mehr meschenrechtswidrig und gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis als „psychisch krank“ stigmatisiert werden.

Weiterlesen

Transsexualität ist keine psychische Störung!

Appell an die Vereinten Nationen, die WHO und die Staaten der Welt

300 Organisationen aus 75 Ländern, viele Einzelpersonen, einschließlich 3 Nobelpreisträgern, haben den internationalen Aufruf „Transphobie zurückweisen, Geschlechtsidentität respektieren:
Ein Appell an die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation und die Staaten der Welt“ bereits unterzeichnet. Zu den bekanntesten Unterzeichnern zählen: Der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit, Judith Butler, Jacques Delors, der ehemalige Präsident der EG-Kommission, sowie Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek

„Die fundamentalen Menschenrechte von Transmenschen werden in allen Nationen ignoriert oder geleugnet – sei es aus Unkenntnis, Vorurteilen, Furcht oder Hass heraus. Transmenschen sehen sich mit täglicher Diskriminierung auf überwältigender Weise konfrontiert, die zu sozialem Ausschluss, Armut, schlechter Gesundheitsversorgung und geringen Aussichten auf eine ihrer Ausbildung entsprechenden Arbeit führt.“ heißt es in dem Aufruf.

Weiterlesen