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Gut zu wissen, wer Hass-Seiten liked

Es gab ja mal die Möglichkeit zu schauen, welche der Menschen in der Freundesliste die AfD oder andere Hass-Seiten in Facebook geliked haben.

Hier mal weiterführend:

https://www.facebook.com/browse/friended_fans_of/?page_id=158003690895324
Freunde, denen EMMA gefällt

https://www.facebook.com/browse/friended_fans_of/?page_id=248667032008696
Freunde, denen Die Störenfriedas gefällt

Es könnte ja ganz interessant sein, zu wissen, mit wem ihr es in Facebook so zu tun habt.

Emanzipiert Euch!

Mal eine Vermutung: Es gibt eine Menge Lesben und Schwule, die Geschlecht an Genitalien festmachen und meinen, es ginge bei Transsexualität um eine Frage der Identität. Manche finden diese "Identität" dann toll - oder bewundern sie - andere bekämpfen diese "Identität" dann.

Was dann beide gemeinsam haben: Dass sie das Geschlecht transsexueller Menschen nicht anerkennen können, da sie Geschlecht anhand von Körperzuständen deuten und ihnen diese Deutung die Sicherheit für ihr eigenes geschlechtliches Selbstverständnis gibt. Identität ist ihre Variable, der Körper die Konstante.

Das erklärt auch, warum seit dem Zeitpunkt, an welchem sogenannte "Aktionspläne" in den einzelnen Bundesländern gestartet worden, sind, die lesbisch-schwule Vereine mit Geld und Aufmerksamkeit versorgt haben, zugleich auch die Umdeutung von Transsexualität zu einer Identitäts-Frage zugenommen hat.

Der Zeitpunkt war dann auch derjenige, an der andere Initiativen begannen, das Thema Identität zu promoten: Die AfD, christliche Rechtsextremisten von der "Demo für Alle", die identitäre Bewegung, usw. Ein Streit um Identität(en) begann. Nationalismus, Rassismus, Sexismus sind seit dieser Zeit genauso auf dem Vormarsch wie das Einteilen in geschlechtliche Identitäten.

Und nun, ein paar Jahre später beginnt dieser Identitäts-Wahn zu bröckeln.

Würde nun anerkannt werden, dass Körper nicht immer dem Geschlecht des Menschen entsprechen (müssen), also körperliche Ausprägungen gerne mal von der - auf Stereotypen basierenden - Deutung und Kategorisierung von Geschlecht abweichen können... würde also Transsexualität als existent anerkannt werden, dann wäre das toll.

Vermutlich wird es aber in Sachen Leugnung von Transsexualität erst einmal weiter gehen und Menschen, die mit Abweichungen des Körpers zu ihrem Geschlecht geboren werden als Sündenböcke für den Trubel hergenommen, den sie gar nicht ausgelöst haben. Das wird so lange der Fall sein, bis transsexuelle Menschen sich emanzipieren und aufhören damit, ihre Rolle als Projektionsfläche für überholte, stereotype Geschlechtervorstellungen einzunehmen. Dann nämlich, wenn Menschen mit Transsexualität nicht mehr die Perspektive der Deutenden einnehmen und glauben, sie müssten sich zu denen erklären, die irgendwelche Geschlechter wechseln, dann, wenn sie ihre eigenes Wissen über ihr Geschlecht als Wissen und damit ihr Geschlecht als Geschlecht begreifen, wird Änderung möglich sein.

In dieser Änderung der Perspektive steckt Verantwortung.

Wer sich ansieht, welche Opfer der Identitarismus hervorbringt - Hass, Hetze und Morde an den "Anderen" - wird vielleicht auch darauf kommen, welche Verantwortung es ist, sich selbst als eigenständiges Subjekt zu betrachten und den Status als Projektionsfläche zu verlassen.

Da dieser Kommentar mit Lesben und Schwulen begonnen hat: Auch ihr habt eine Verantwortung. Ihr könnt zum Beispiel zeigen, dass diejenigen unter Euch, die Geschlecht an Körpermerkmalen festmachen, und in Folge die Existenz transsexueller Menschen leugnen - und sie als Projektionsfläche für die eigenen psychischen Probleme missbrauchen - kein Teil einer bunten Community sein können.

Emanzipiert Euch!