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Der Deutsche Ethikrat und das Transidentitäts-Märchen

Der Deutsche Ethikrat, der mehrheitlich von Vertreterinnen der Kirchen und kirchennahen Personen besetzt ist, läd' zu einer Veranstaltung ein, in der es dann um "Transidentität" gehen soll, also der Idee, dass Menschen sich anderweitig identifzieren als ihr zugeschriebenes Geschlecht, einem psycho-sexologischen Konstrukt, welches einst in Abgrenzung zu so etwas erfunden worden ist, das die Quacksalber gerne auch "biologisches Geschlecht" nennen oder zumindest so denken. Nicht nur die Sprache lässt aufhörchen, sondern auch die Besetzung des Podiums.

„Forum Bioethik - Trans-Identität bei Kindern und Jugendlichen: Therapeutische Kontroversen – Ethische Fragen“ heisst die öffentliche Abendveranstaltung am 19. Februar 2020 in Berlin (wo auch sonst?), an der vor allem die zu Wort kommen, die vor einer Zunahme der Abweichung der "geschlechtlichen Identität" warnen: Der Sexologe Alexander Korte - ein Duzfreund von Klaus Beier in Berlin - und Till Amelung, der sich für eine Anti-Transsexualitäts-Berichterstattung in der Emma zur Verfügung gestellt hat, in welcher er als "ehemalige biologische Frau" bezeichnet wird (ein Auftritt, der an die geheilten ehemaligen Schwulen erinnert, die rechte Christen in Vergangenheit gerne herbeigezaubert haben um Umpolung zu rechtfertigen).

Auf der Veranstaltung soll dann - laut Ankündigungstext - geklärt werden, was "Transidentität" sei und wie der " Wunsch nach Transition im Kindes- und Jugendlichenalter aus kinderpsychiatrischer Sicht zu bewerten" sei.

Nachdem die deutsche Psychosexologie in den letzten Jahren durch Mithilfe der Politik und Komplizinnen (Vereine, die das Identitäts-Märchen der deutschen Psychosexologie stützen und von "Trans*identitäten", "Trans*geschlechtern", etc. sprechen beispielsweise), die Diskurshoheit fast wiedererlangt hat, wird also nunmehr wieder genau dort weiter diskutiert, wo die Vorstellung von geschlechtlichen Variationen schon früher falsch gewesen ist: Bei der Annahme, dass Menschen, die sich zu ihrem Geschlecht äussern, Menschen seien, deren Identität von so etwas wie einem "biologischen Geschlecht" abweiche.

Zwar haben die Vertreterinnen der Psychiaterzunft gelernt, dass sie von einem "biologischen Geschlecht" nicht allzu laut sprechen, aber jede Diagnostik, in der es um "GENDER Identity" geht, ist ja erst als Gegenüber zu so etwas wie einem "biologischen Geschlecht" (dem SEXus) erfunden worden. Und genau darum geht es noch heute: Über Variationen des Geschlechtes - was sehrwohl eine Frage des SEXus wäre - nicht sprechen zu müssen. Die Sache mit der Intersexualität ist ja erst vor Kurzem zu einem "dritten Geschlecht" erklärt worden, womit der Haken bereits gesetzt wurde - nun geht es fröhlich mit denen weiter, von denen behauptet wird, ihre Identität weiche ab. Das altbekanne Spiel also.

Es mag zwar sein, dass die Umdeutung von Transsexualität zu "Trans*identität" schon weit fortgeschritten ist, aber das heisst nicht, dass alle Menschen diesen Herrschaftsanspruch der "Gender Dysphorie"-Vertreterinnen über Menschen, die sich zu ihrem Geschlecht bekennnen, mittragen. Wir tragen ihn beispielsweise nicht mit. Wir sind (und waren schon immer) der Ansicht, dass den Quacksalbern, die aus Menschen mit Abweichungen des Körpers (zu ihrem Geschlecht) per Diagnose Menschen mit Abweichungen ihrer Identität machen, um körperliche Variationen nicht anerkennen zu müssen, das Handwerk gelegt werden müsste.

Aber das Gremium, das sich "Deutscher Ethikrat" nennt, kann das natürlich anders sehen. In den letzten Jahren haben wir desöfteren erlebt, dass manches Ding offenbar anders benannt wird, als sein Inhalt.

Hier der Link zu der Veranstaltung:

Der Ethikrat und die Quacksalber

Eine Weihnachtsgeschichte.

Eva Schweitzer mit C. schreibt eine Geschichte. Im Cicero. Die Geschichte nennt sich "Der Hass der politisch Korrekten", beschäftigt sich mit den Reaktionen auf den tweet von J. K. Rowling und wurde am 23. Dezember 2019 veröffentlicht. Es ist also eine Weihnachtsgeschichte. Dazu eine kurze Analyse.

In ihrer Geschichte zeichnet Eva Schweitzer ein Bild. Dieses Bild handelt von Personen, die per se als die Anderen markiert werden. Diese Markierung übernimmt das Wort "Transmensch".

"Sie würde Transmenschen ausgrenzen, lautet der Vorwurf"

"Transmensch" ist bereits eine Ausgrenzung. Ein Wort, dass in etwa die Aufgabe des Wortes "Untermensch" übernimmt.

"Transmenschen, die dafür eintreten, dass sich Frauen als Männer und Männer als Frauen identifizieren dürfen."

Begründet wird diese Ausgrenzung mit Identifizierungen. Eine "Identifizierung", die so etwas wie "Biologie" gegenüber gesetzt wird (siehe dazu auch: unsere Biologismen-Sammlung).

"mit wütenden Transen"

Wieder ein Wort, dass eine Funktion erfüllt. Die Funktion ist Abwertung. Damit klar wird, wer hier die Unsympathen sein sollen, wird "wütend" angeführt. Ein Verhalten, das niemand gut finden kann. (Auch andere Gruppen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen, kennen diese Darstellung. Die wütenden PoC, die wütenden "Studenten", eine wütende Greta, aber auch - früher häufiger genutzt - wütende "Emanzen").

"jeder Mann als Frau ausgeben kann"

Genutzt für die Abwertung werden Zuordnungen. Die Rollenverteilung der Geschichte soll deutlich sein. Und wenn sich jemand als jemand "ausgibt", dann wird das Verbrechen klar und deutlich.

"Somit können sich biologische Männer in Toiletten und Umkleidekabinen für Frauen, Frauengefängnisse oder Flüchtlingslager für traumatisierte Vergewaltigungsopfer hineinklagen"

Die Umkleidekabine ist der Klassiker der Geschichte die gerne erzählt wird. Damit es schön dramatisch klingt und die Antagonisten klar sind. Und der "biologisches Geschlecht"-Biologismus - der häufig im Doppelpack mit "Identifizierungen" angeführt - aber immer in diesem gedacht - wird, gehört natürlich auch dazu.

Und am Ende geht es dann um Menschen mit Bart. "Transmenschen" bzw. "Transen", die "biologische Männer" seien, sich "als Frauen identifizieren" und da sie Bärte haben, klar als solche erkennbar seien.

Eine perfekte Weihnachtsgeschichte. Weltbild bestätigt und die Rollen sind klar verteilt. Auf der einen Seite stehen die Guten, die anderen Menschen nichts vortäuschen und sich nicht für jemand anderen ausgeben, die "biologisch" echt sind, immer freundlich und immer nett. Es ist die Seite derer die sich um Opfer kümmert und die Wütenden ausgrenzt oder verfolgt. Ist das nicht eine schöne Geschichte? Wer diese Geschichte nicht gut findet, der - so verdeutlicht Eva Schweitzer mit C. das bereits in der Überschrift - findet sich auf der Seite der Menschen wieder, die "Hass" in sich tragen. Das will bekanntlich niemand.

Inhaltliche Auseinandersetzung mit Geschlechtsvariationen? Fehlanzeige. Soll ja wahrscheinlich auch nicht. Das würde die Geschichte ja in Frage stellen. Und jeder liebt solche Geschichten in denen Gute gegen die Bösen kämpfen. Insbesondere an Weihnachten.

Schönes Fest.

Hier der Artikel im Cicero: Link