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Die identitäre Trans-Blase und ein unsichtbarmachendes Buch

Wieder einmal gibt es eine Buchveröffentlichung, in der trans-identitäre Personen verdeutlichen, um was es ihnen geht und wie sie die Welt sehen. Im Transcript-Verlag erscheint der Titel "Trans & Care" mit Beiträgen von geschlecht-deutenden Psychosexologen und Ideologen aus der trans Szene.

Vorneweg: Es zeigt sich wieder einmal, dass Trans nicht Transsexualität meint. Schauen wir mal, warum es trans-identitären Aktivistinnen und der deutschen Psychosexologie nicht um Transsexualität geht.

Dazu ein paar Zitate aus dem Text:

"In Großstädten wie Berlin ist es verhältnismäßig einfach, spezifische Angebote für trans Menschen zu finden." beginnt das Buch.

Was daran interessant ist: dass Menschen mit Transsexualität in Berlin in der Regel KEINE Hilfe finden, sondern damit konfrontiert sind, dass sie zu "trans" umgedeutet werden. Das wirkt sich auf die medizinische Versorgung aus, die in Berlin wohl nicht gerade die Beste ist. So wird uns das regelmässig berichtet.

"Transgeschlechtlichkeit bezieht sich auf die Identität einer einzelnen Person"

Und *puff* löst sich dann alles wieder im üblichen Identitätskonstruktionsgeschwurbel auf. Es geht um abweichende Identitäten und um den körper-deutenden Blick von Aussen:

"Zunächst bezieht sich diese Änderung allerdings nur auf Personen, welche mit intergeschlechtlichen Merkmalen zur Welt gekommen sind"

Und damit wird dann klar: Geschlecht wird hier an Körper-"Merkmalen" gedeutet. Damit ist das Buch - genau wie alles, was von der Identitären-Bubble stammt - streng auf patriarchaler, körperdeutender Linie, in der Menschen zwar eine psychische Abweichung zu ihren Geschlechts"-merkmalen" zugestanden wird... aber es bleibt dann eben die abweichende Identität, die Transidentität, und diese wird dieser Weltanschauung nach nicht als Geschlecht angesehen.

"Fragen zu (trans-)geschlechtlicher Identität" sind dann das Thema. Um Transsexualität - also Körpern die vom Geschlecht abweichen - geht es nicht. Transsexualität wird weder gedacht, noch genannt.

Und wer hat daran Interesse? Die deutsche Psychosexologie, die immer noch in der Tradition ihrer Vorfahren steht, Geschlecht deuten zu müssen:

"Mit Blick auf eine partizipative Gesundheitsversorgung setzen sich anschließend Arn Sauer und Timo Nieder mit dem Care-Begriff auseinander"

Die Unsichtbarmachung von Transsexualität ist seit Jahrzehnten psycho-sexologisches Ziel und Praxis. Es geht offenbar immer noch darum, Macht über Menschen auszuüben.

Zur Erinnerung: trans und Transsexualität meinen völlig verschiedene Dinge. Die Veröffentlichungen dazu beweisen es immer und immer wieder. trans meint, dass eine Identität vom Geschlecht abweicht (siehe oben), Transsexualität, dass Körper vom Geschlecht abweichen können.

Körper und Identität sind zweierlei. Nur: Identitäre Trans-Aktivisten und die Psychosexologie können/wollen die Existenz von Körperabweichungen zum Geschlecht - also die Existenz von Transsexualität - nicht anerkennen. Es entspricht nicht ihrem geschlechtlichen Selbstverständnis. Das Buch ist der nächste Beweis dafür.

Trans & Care

Veranstaltungstipp: Identität und Körperkontrolle

Alle zwei Monate treffen wir uns im DemoZ. Jedes zweite mal davon mit Bühne, wie beispielsweise einem Impulsvortrag und Diskussion. Kim Schicklang wird an diesem Abend die Folien mitbringen, die bereits auf dem Lesben-Frühlingstreffen (LFT*) in Köln thematisiert wurden. Es geht um die Konstruktion von Identität, basierend auf der Deutung von Körpern. Und es geht darum, warum Identitätskonstruktionen ein Mittel patriarchaler Gewalt sind... ein, "dein Körper gehört uns!", der Versuch des Zugriffs, mit Folgen wie Abtreibungsgegnerei über Genitalverstümmelungen bis hin zur Leugnung von Transsexualität.

Datum:

Freitag, 13. September 2019, 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr)

im:

Demokratisches Zentrum Verein für politische u. kulturelle Bildung Ludwigsburg e.V.
Wilhelmstraße 45
71638 Ludwigsburg