Presserat: Mehr Respekt vor transsexuellen Menschen

Der Deutsche Presserat hat Zeitungen ermahnt, beim Thema Transsexualtät mehr Sorgfalt walten zu lassen. Damit folgte der Presserat unter anderem den Beschwerden von ATME e.V.

Hier die Pressemitteilung des Presserates:

Pressemitteilung
06.03.09 - Das Thema Transsexualität erfordert Respekt und Sorgfalt

Beschwerden über Berichte zum Dschungel-Camp

Der Deutsche Presserat appelliert an Redaktionen, sorgfältig mit dem Thema Transsexualität umzugehen. Hintergrund sind mehrere Beschwerden zu der Berichterstattung über das „Dschungelcamp" (RTL) und die dort teilnehmende Lorielle London, eine transsexuelle Frau, die als Lorenzo in der Sendung „Deutschland sucht den Superstar" bekannt wurde. Der zuständige Beschwerdeausschuss bittet in diesem Zusammenhang die Presse, in Fällen von Transsexualität bei Vokabular und Beschreibung der Personen sorgfältig und respektvoll vorzugehen. So ist es z. B. nicht korrekt, Transsexuelle als Transvestiten darzustellen. Der persönliche, oft mit schwierigen Umständen einhergehende Hintergrund transsexueller Menschen sollte ernst genommen werden und nicht zu Wortspielen und dem Benutzen falscher Begriffe führen.

Alternativberichte im Bundestag gelobt - Rüge an die Bundesregierung

Auf der gestrigen Sitzung im Bundestag, bei der das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau (CEDAW) und der Bericht der Bundesregierung hierzu diskutiert wurde, wiesen Vertreterinnen der verschiedenen Parteien auch auf die Situation transsexueller und intersexueller Menschen hin. Frau Dr. Kirsten Tackmann bezeichnete die Kenntnis der Alternativberichte von ATME/MUT als "Hausaufgabe für die Bundesregierung". Frau Irmgard Schewe-Gerik vom Bündnis 90/Die Grünen erinnerte die Bundesregierung daran, dass sie im Fall der transsexuellen Menschen nur handle, wenn das Bundesverfassungsgericht dies verlange, ansonsten aber jede eigene Initiative vermissen lasse. Aus der SPD unterstrich vor allem Frau Karen Marks, dass sie keine Diskriminierung von intersexuellen oder transsexuellen Menschen wollen.

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