Der Menschenrechtsbericht 2010

Hintergründe zu der Situation transsexueller Menschen in Deutschland in einem Bericht (nicht nur) für die Vereinten Nationen.

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Nur Schweden verbietet Diskriminierung transsexueller Menschen
Samstag, 12. Juni 2010 um 18:26

Seit heute gibt es den neuen Jahresbericht der europäischen Agentur für Grundrechte, den Grundrechtereport 2009. Das Thema Transsexualität, bzw. Geschlechtsidentität, bekommt in dem 175 Seiten umfassenden Bericht immerhin 20 Zeilen.

Darin erfahren wir, dass Schweden bislang das einzige europäische Land ist, in welchem die Diskriminierung transsexueller Menschen und transgender-Personen verboten ist. In allen anderen Ländern gibt es diesen Schutz vor Diskriminierung nicht oder nur ungenügend. Wie sich das auf die geschlechtliche Anerkennung auswirkt, wird leider nicht berichtet.

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PACE für Recht auf Vornamens- und Geschlechtseintragsänderung ohne jede Vorbedingungen
Montag, 03. Mai 2010 um 22:33

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) sprach sich am 30. April für ein Diskriminierungsverbot transsexueller Menschen in Europa aus.

PACE wies die Regierungen Europas auf ihre Verpflichtung hin, dass allen Menschen der gleiche menschenrechtliche Schutz gewährt werden müsse und auch transsexuelle Menschen eine Würde hätten, die man nicht verletzen dürfe.

Dies bedeute, dass man alles unternehmen müsse, damit transsexuelle Menschen in der Öffentlichkeit nicht Spott oder verächtlichen Reden ausgesetzt sind und diese Demütigungen, wenn sie geschehen, strafrechtlich verfolgt werden.

Zudem fordert die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) die Mitgliedstaaten dazu auf, transsexuellen Menschen „(16.11) … insbesondere in der Gesetzgebung und in der Praxis (16.11.2) ihr Recht auf Dokumente zu sichern, die die bevorzugte Geschlechtsidentität einer Person widerspiegeln, ohne vorherige Verpflichtung sich sterilisieren zu lassen oder andere medizinische Verfahren vorgenommen zu haben, wie geschlechtsangleichende Maßnahmen oder Hormontherapie.“

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Europarat: Keine Therapieversuche an transsexuellen Menschen!
Donnerstag, 08. April 2010 um 09:53

Bislang ist ATME die einzige Organisation in Deutschland, welche offen auf die Umpolungsversuche an transsexuellen Menschen hinweist und deren Abschaffung fordert. Unerwartete Unterstützung kommt nun vom Europarat:„therapy to force transgender persons to accept their birth gender should be abandoned“, heißt es in der Erklärung CM(2010)5 des Ministerkomitees des Europarates vom 31.03.2010.

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Presserat spricht Hinweis gegen Focus aus
Mittwoch, 24. März 2010 um 21:35
"Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden." heisst es in Ziffer 12 des Deutschen Pressekodex. Im Falle der Berichterstattung über den Tod einer transsexuellen Frau aus Italien, die laut Medienberichten zuvor in einen "Sex-Skandal" Silvio Berlusconis verwickelt gewesen sein soll, ist der Deutsche Presserat nun einer Beschwerde von Aktion Transsexualität und Menschenrecht gefolgt. Da das Nachrichtenmagazin Focus in seinem Artikel vom 20. November 2009 durchgängig männliche Personalpronomen verwendet und die Tote als "er" bezeichnet hatte, hat der Presserat nun einen Hinweis an die Redaktion des Nachrichtenmagazins ausgesprochen - ein wichtiges Signal für die Einhaltung der Menschenrechte transsexueller Menschen.

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Ausweitung der Pathologisierung verhindern
Freitag, 12. Februar 2010 um 11:51
Am 9. Februar hat die APA (American Psychiatric Association) ihre Vorschläge zur Reform des Buches der psychischen Störungen, dem DSM V, der 2012 erscheinen soll, veröffentlicht. So soll es auch bei der Einteilung und Beschreibung transsexueller Menschen Neuerungen geben.
 
Neben einer kosmetischen Korrektur der Begriffe ("gender identity disorder" soll z.B. durch den Begriff "gender incongruence" ersetzt werden) soll wohl in erster Linie der Eindruck erweckt werden, man hätte die internationalen Proteste, die sich gegen eine Pathologisierung von transMenschen ausgesprochen hatten, ernst genommen. Das Gegenteil scheint aber genau der Fall zu sein - so hält die Gender-Arbeitsgruppe unter der Leitung des Kanadischen Umpolungstherapeuten Ken Zucker, in der auch deutsche Sexologen mitwirken (wie z.B. Friedemann Pfäfflin aus Ulm), an einer Geschlechtervorstellung fest, die nicht anerkennen will, dass es sich bei transsexuellen Frauen um Frauen handelt und bei transsexuellen Männern um Männer. So sprechen die Macher des DSM-Arbeitspapieres noch stärker von "Männern, die wie Frauen fühlen" ("a man [...] believes he has the typical feelings of a woman") oder "Frauen, die wie Männer fühlen", anstatt die biologische Existenz transsexueller Menschen endlich anzuerkennen.
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ATME veröffentlicht Menschenrechtsbericht 2010
Sonntag, 24. Januar 2010 um 21:29

Der neue Menschenrechtsbericht von ATME e.V. zur Situation transsexueller Menschen in Deutschland ist erschienen. Er ist hier als Download oder als Buch bei ATME e.V., Straßenäcker 9, 71634 Ludwigsburg erhältlich.

Nur wenige Menschen würden heute noch auf die Idee kommen zu behaupten, Homosexuelle wären eigentlich heterosexuell und hätten sich nur dazu entschieden homosexuell zu werden. Vier Jahrzehnte nach dem Stonewall-Riot haben es Schwule und Lesben erfolgreich geschafft, klar zu stellen, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht veränder- oder sogar heilbar ist.

Trotzdem sieht die Realität bei transsexuellen Menschen heute noch anders aus - ihr Wissen über ihr Geschlecht, das sich durch Aussagen wie "Ich bin ein Mädchen" oder "Ich bin ein Junge" ausdrückt, wird immer noch als psychische Störung betrachtet und als ebensolche der Öffentlichkeit verkauft. Es wird von Geschlechtsumwandlungen erzählt und behauptet, dass z.B. ein transsexuelles Mädchen vom „geschlechtsidentitätsgestörten Jungen“ per Operation (und Änderung von Rollenstereotypen) zum „Mädchen wird“, anstatt ihr eigentliches ursprüngliches Geschlecht anzuerkennen.

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