Zu den s.g. Standars Of Care

Falsche "Standards"

Die sogenannten "Standards" of Care regeln den Umgang mit Transsexuellen in diagnostischer und medizinischer Hinsicht - leider. In Ihnen wird immer noch die unwissenschaftliche Annahme vertreten, dass es sich bei Transsexualität um eine psychische Störung handle. Es sprechen mittlerweile viele wissenschaftliche Untersuchungen dafür, dass es sich dagegen um eine körperliche Störung handelt (siehe "Das wichtigste Geschlechtsorgan"), so dass man beim Lesen der SOC tatsächlich sehr vorsichtig vorgehen muss.

Bereits im Einleitungstext wird der erste Fehler gemacht und von "im gewünschten Geschlecht" gesprochen - dies ist eine zynische Ansicht und geht an der Realität vorbei.

Weiterlesen

Menschenrechte und Transsexualität

Die Menschenrechte transsexueller Menschen werden in Deutschland (und natürlich auch weltweit) auf vielfältigste Art und Weise verletzt.
Grundlagen für diese Menschenrechtsverletzungen bilden vor allem das DSM (und der ICD), das so genannte „Transsexuellengesetz" (TSG) und die so genannten „standards of care" (SOC). Mit diesen drei Schriften lässt sich nahezu jede Menschenrechtsverletzung an transsexuellen Menschen legitimieren.

Für besonders erwähnenswert halten wir hier

  • Den Zwang im Transsexuellengesetz (TSG), sich für geistesgestört erklären zu lassen, um seinen Vornamen ändern zu dürfen;
  • Die besonders hohen finanziellen Hürden für eine Vornamensänderung;
  • Die häufig vorkommenden Demütigungen und Erniedrigungen durch Gutachter;
  • Den Zwang sich in einem Alltagstest (SOC) lächerlich zu machen;
  • Die Verweigerung medizinisch notwendiger Maßnahmen auf Grund der SOC;
  • Die Entlassung transsexueller Menschen, auf Grund ihrer Transsexualität (ca. 80% verlieren ihre Arbeit nach einem Outing) und die Weigerung die Arbeitsämter, ihnen Umschulungen zu gewähren oder sie bei der Jobsuche zu unterstützen („nicht vermittlungsfähig auf Grund von Transsexualität").

Diese anhaltenden Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen treiben eine hohe Zahl transsexueller Menschen in den Suizid, nicht wenige erscheinen mit der Zeit tatsächlich „geistesgestört", weil sie das System von Diskriminierungen verbunden mit dem Zwang, sich selbst für geistesgestört zu erklären, im mwahrsten Sinne um den Verstand bringt.

Auf diese Menschenrechtsverletzungen weisen wir mit unseren Menschenrechtsberichten regelmäßig hin. Wir nehmen Stellung zum TSG und zur notwendigen Behandlung transsexueller Menschen abseits jeder Standards.
Transsexuelle Menschen sind nicht verrückt, sie haben keine Persönlichkeitsstörung (der ICD-Eintrag unter F64.0 ist falsch) oder eine (von Psychoanalytikern erfundene) „Geschlechtsidentitätsstörung" - und das muss endlich anerkannt werden. Dies muss anerkannt werden, damit transsexuelle Menschen endlich ein Leben leben können, ohne dass ihr Recht auf Würde permanent mit Füßen getreten wird.

Kein Mensch hat das Recht über einen anderen Menschen zu bestimmen, welchem Geschlecht dieser angehört. Nur der „betroffene" Mensch kann für sich selbst beurteilen, welchem Geschlecht er angehört und muss das Recht haben, dementsprechend zu leben. Ohne Einschränkungen, ohne Bevormundungen.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren"