Ausweitung der Pathologisierung verhindern

Am 9. Februar hat die APA (American Psychiatric Association) ihre Vorschläge zur Reform des Buches der psychischen Störungen, dem DSM V, der 2012 erscheinen soll, veröffentlicht. So soll es auch bei der Einteilung und Beschreibung transsexueller Menschen Neuerungen geben.
 
Neben einer kosmetischen Korrektur der Begriffe ("gender identity disorder" soll z.B. durch den Begriff "gender incongruence" ersetzt werden) soll wohl in erster Linie der Eindruck erweckt werden, man hätte die internationalen Proteste, die sich gegen eine Pathologisierung von transMenschen ausgesprochen hatten, ernst genommen. Das Gegenteil scheint aber genau der Fall zu sein - so hält die Gender-Arbeitsgruppe unter der Leitung des Kanadischen Umpolungstherapeuten Ken Zucker, in der auch deutsche Sexologen mitwirken (wie z.B. Friedemann Pfäfflin aus Ulm), an einer Geschlechtervorstellung fest, die nicht anerkennen will, dass es sich bei transsexuellen Frauen um Frauen handelt und bei transsexuellen Männern um Männer. So sprechen die Macher des DSM-Arbeitspapieres noch stärker von "Männern, die wie Frauen fühlen" ("a man [...] believes he has the typical feelings of a woman") oder "Frauen, die wie Männer fühlen", anstatt die biologische Existenz transsexueller Menschen endlich anzuerkennen.

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ATME veröffentlicht Menschenrechtsbericht 2010

Der neue Menschenrechtsbericht von ATME e.V. zur Situation transsexueller Menschen in Deutschland ist erschienen. Er ist hier als Download oder als Buch bei ATME e.V., Straßenäcker 9, 71634 Ludwigsburg erhältlich.

Nur wenige Menschen würden heute noch auf die Idee kommen zu behaupten, Homosexuelle wären eigentlich heterosexuell und hätten sich nur dazu entschieden homosexuell zu werden. Vier Jahrzehnte nach dem Stonewall-Riot haben es Schwule und Lesben erfolgreich geschafft, klar zu stellen, dass die sexuelle Orientierung eines Menschen nicht veränder- oder sogar heilbar ist.

Trotzdem sieht die Realität bei transsexuellen Menschen heute noch anders aus - ihr Wissen über ihr Geschlecht, das sich durch Aussagen wie "Ich bin ein Mädchen" oder "Ich bin ein Junge" ausdrückt, wird immer noch als psychische Störung betrachtet und als ebensolche der Öffentlichkeit verkauft. Es wird von Geschlechtsumwandlungen erzählt und behauptet, dass z.B. ein transsexuelles Mädchen vom „geschlechtsidentitätsgestörten Jungen“ per Operation (und Änderung von Rollenstereotypen) zum „Mädchen wird“, anstatt ihr eigentliches ursprüngliches Geschlecht anzuerkennen.

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